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FWG-Vorschlag


Ein Allwetterbad, das der Bürger bezahlt

Von unserem Redaktionsmitglied Stefanie Helmers

Ennigerloh (gl). Ein Kombibad mit Saunalandschaft im Stavernbusch Ennigerloh, das das ganze Jahr über geöffnet hat: Die FWG, die Ende des vergangenen Jahres mit ihrem Vorschlag vorgeprescht war, wegen der Finanznot die Ennigerloher Bäder zu schließen („Die Glocke“ berichtete), denkt jetzt darüber nach, ein neues Bad zu bauen – in einigen Jahren. Das ist für Bernhard Dombrink und Oliver Lankes kein Widerspruch. „Es ist nicht so, dass wir jetzt umfallen“, erklärte Lankes im „Glocke“-Gespräch. „Uns geht es nach wie vor ums Sparen.“

Anstatt Millionen in zwei veraltete Bäder zu investieren, erhalte die Stadt ein optisch, technisch und energetisch modernes Bad, das weniger koste, betonte Lankes. „Aber es wäre kein Geschenk der Politik an die Bürger. Die Bürger würden es sich selbst schenken. Sie müssten bereit sein, mehr Steuern zu zahlen.“ Zur Gegenfinanzierung müssten die Grundsteuer A und B um zehn Prozent angehoben und die Gewerbesteuer um drei Prozent erhöht werden – und das zusätzlich zu den Erhöhungen, über die in den aktuellen Haushaltsberatungen gesprochen werde.

Ein Kombibad könne für weniger als 8 Millionen Euro gebaut werden, sagte Bernhard Dombrink. „Wir haben alles durchgerechnet – vorsichtig, damit es keine bösen Überraschungen gibt.“ Dazu habe die FWG ein Architekturbüro zu Rate gezogen, das im vergangenen Jahr ein Allwetterbad in der niedersächsischen Gemeinde Friesoythe umgesetzt habe. „In Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmer konnte es für einen Festpreis gebaut werden.“ In Ennigerloh werde es möglicherweise sogar günstiger, weil das Freibad mit seinen relativ neuen Duschen und Umkleiden in den neuen Bau eingegliedert werden könne.

„Wenn Ennigerloh nicht vor einem Finanzkollaps stünde, hätten wir die Schließung der Bäder nicht vorgeschlagen, sondern sogar eine Sanierung“, betonte Bernhard Dombrink. „Wir wussten, dass uns die Bürger dafür schlachten würden“, sagte Oliver Lankes. „Ich bekomme auch Ärger mit meiner Frau und meinen Kindern, wenn es um dieses Thema geht. Aber wir müssen politische Entscheidungen treffen und dafür unsere Köpfe hinhalten.“