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Frei- und Hallenbad Ennigerloh …oder ein Neubau?

Die Kosten der städtischen Bäder müssen weg!
Zahlt die Bürgerschaft für ein neues Allwetterbad?


Anlässlich des drohenden Finanzkollapses unserer Stadt hat die fwg einschneidende Maßnahmen, u.a. die Schließung der städtischen Bäder, gefordert.  Daneben haben wir zusätzlich Steuererhöhungen und ein knallhartes Gebäudemanagement (z.B. auch Zusammenlegung der Grundschulen (nur) im Ortskern) gefordert.

Zur Erinnerung: Die Bäder haben einen erheblichen Renovierungsstau. Allein die Instandsetzung des großen Beckens im Freibad und die Belüftungsanlage des Hallenbades dürften an die 3 bis 3,5 Mio. Euro verschlingen. Neben diesem Investitionsvolumen in alte Bäder verbleiben die nicht zu leistenden jährlichen Kosten i.H.v. von bis zu 900 Tsd. Euro.

Aktueller Status Quo:
Der Bürgermeister hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt (Schließung des Freibades ab 2016 bei evtl. Fortsetzung als genossenschaftliches Modell). Dieser Vorschlag führt zu jährlichen Einsparungen von ca. 250 Tsd. Euro. Der Vorschlag geht in die richtige Richtung, erbringt aber nicht die erforderlichen Einsparungen. Die „Reparaturkosten“ beim Hallenbad bleiben ebenfalls. Auch eine vertretbare Erhöhung der Eintrittspreise bringt kaum Entlastung.
Die CDU hat mittlerweile sehr „bürgerfreundlich“ durchblicken lassen, dass mit ihr weder Bäderschließungen noch Schulzusammenlegungen zu machen sind. Steuererhöhungen will die CDU natürlich auch nur „moderat“ (was immer das in Zahlen bedeuten soll). Keiner der „großen Brocken“ soll angefasst werden. Es herrscht totale Handlungsunfähigkeit, evtl. verbunden mit dem Gedanken, dass man im HSK keine Verantwortung mehr übernehmen muss. Die Folgen sind dann allerdings noch gravierender. Die freiwilligen Leistungen werden gestrichen (an Vereine etc.) und die Bäder sind dann ebenfalls „Geschichte“. Es muss nur niemand den Kopf dafür hinhalten. Politisch geschickt, ergebnisorientiert ein Desaster!
Es ist davon auszugehen, dass der Vorschlag des BM das erreichbare Maximum darstellt. Das ist die politische Realität, die uns dazu zwingt, über Alternativen nachzudenken.

Alternative: Kombi-Bad mit Belastung der Bürgerschaft:
Mit unserem Positionspapier hatten wir bereits die Möglichkeit der Errichtung eines Kombibades NACH einer Haushaltskonsolidierung angedacht. Diesen Vorschlag haben wir hinter den Kulissen weiter verfolgt. Ist das vielleicht auch aktuell ein gangbarer Weg? Wie soll das gehen? Sparen mit einem Neubau für mehrere Millionen? Ein Kombi-Bad wäre nur dann möglich, sofern die Bürger bereit sind, es zu bezahlen. Es wäre kein Geschenk der Politik an die Bürger! Es wäre eine Entscheidung der Bürgerschaft für ein hochwertiges Bad und die daraus folgenden Belastungen. Dieser Weg wäre für uns nur tragbar, sofern wir damit Einsparungen realisieren könnten. Fast 7.000 Unterschriften für den Erhalt der Bäder sind ein starkes Signal, aber nicht mehr. Wir haben knapp 20 Tsd. Bürger.

Wie könnte ein Neubau eines Allwetterbades aussehen?
Wir stehen in Kontakt mit einem erfahrenen Architekturbüro, das in 2014 ein derartiges Projekt umgesetzt hat. In Kooperation mit einem Generalunternehmer ist es gelungen, zu einem Festpreis von unter 8,0 Mio. € einen Neubau zu realisieren mit folgenden Funktionen:
- 10 x 25 m Sportbecken mit Hubboden
- Wasserspielgarten für Kinder 40 m²
- Ganzjahresaußenbecken
- Gastronomie
- Saunalandschaft

In Ennigerloh ließe sich das Projekt am Standort des jetzigen Freibades vermutlich sogar noch günstiger realisieren, da einige bauliche Voraussetzungen (u.a. neue Duschen und Umkleiden) erhalten und in ein neues Bad integriert werden könnten.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Anstatt Millionen in veraltete Bäder zu investieren, bekommt die Stadt ein optisch, technisch und auch energetisch nagelneues Bad, in das voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren nur sehr geringe Instandhaltungskosten zu investieren wären. Die Energiekosten wären gering. Es entstünden nur noch Kosten für einen Standort. Das alte Hallenbad könnte in die dringend erforderliche, weitere Sporthalle mit überschaubaren Kosten umgebaut werden.

Welche Kosten entstehen und wie kann ein neues Bad finanziert werden?
Um die Euphorie der Bäderunterstützer gleich zu dämpfen, jetzt die „Kröten“, die von ALLEN Bürgern – egal ob Nutzer oder nicht – zu schlucken wären.
Wir haben zur Vermeidung von bösen Überraschungen vorsichtig kalkuliert und sind trotz möglicher günstigerer Zahlen von Neubaukosten i.H.v. 8 Mio. Euro ausgegangen. Wir haben einen Zinssatz von 3 % für den Finanzierungszeitraum zugrunde gelegt, obwohl derzeit Zinssätze unter 1,5 % realistisch sind (höherer Ansatz, da nach 10 Jahren die Zinsbindungsfrist ausläuft). Wir haben die Abschreibungen über einen Zeitraum von 30 Jahren errechnet.  Wir haben die Bewirtschaftungskosten (Personal, weitere Betriebskosten) an Hand belastbarer Zahlen eingerechnet. Wir sind aufgrund der ganzjährigen Nutzbarkeit und der Saunalandschaft von 100 Tsd. Besuchern ausgegangen mit einem durchschnittlichen Eintrittspreis von 3 Euro und vorsichtig geschätzten Mehreinnahmen durch die Saunalandschaft und die Gastronomie.

Wie kann die Stadt Ennigerloh sich das leisten? Gar nicht, wenn der Bürger nicht dafür zahlt! Zur Gegenfinanzierung wäre zunächst eine weitere Anhebung der Grundsteuer A und B um 10% sowie eine Gewerbesteuererhöhung von 3% erforderlich (zusätzlich zu den ohnehin erforderlichen Erhöhungen). Auch der Förderverein müsste Verantwortung übernehmen und sich noch mehr als bislang einbringen. Durch Personalleistungen von unterstützenden Kräften könnten die Personalkosten erheblich reduziert werden. Anders als bislang immer als unabänderlich kommuniziert, ist es NICHT erforderlich, dass immer mehrere Schwimmmeister anwesend sind. Es reicht ein Schwimmmeister, der von einer Hilfskraft unterstützt wird.


Bei Berücksichtigung aller Voraussetzungen würde für die Stadt bei einer sogar sehr vorsichtigen Berechnung nur noch ein vertretbares Minus von ca. 50 bis 100 Tsd. Euro/ jährlich entstehen. Die notwendigen Entlastungen für die Stadt wären geschaffen und Ennigerloh kann ein Spitzen-Bad präsentieren. …sofern der Bürger bereit ist, es zu bezahlen.

Die Diskussion ist eröffnet…