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Eigenkapitalverbrauch
Wir „verbrauchen“ unsere Heimatstadt


Für viele Bürger unserer Stadt stellt das „Herumwerfen“ mit Haushaltszahlen vermutlich ein unüberblickbares Werk aus den muffigen Kellern der politischen Erörterungen dar. Nicht wirklich nachvollziehbar und damit uninteressant.
Um zu verstehen, weshalb JETZT unpopuläre Entscheidungen und harte Einschnitte erforderlich sind, möchten wir daher versuchen, einmal den Zusammenhang der „Spar“-Zahlen mit dem Begriff „Eigenkapital“ verständlich in Verbindung zu setzen. Die Bürger sollten zumindest verstehen, weshalb wir uns aus politischem Verantwortungsgefühl gezwungen gesehen haben und weiter sehen, die unliebsamen Einsparmaßnahmen und Steuererhöhungen auf den Weg zu bringen. Wir leiden nicht an politischem Masochismus. Es gibt für jede politische Gruppierung wahrlich schönere Vorstellungen, als sich mit unpopulären Maßnahmen der Unwillen der Bürger aussetzen zu müssen. Irgendjemand muss es allerdings tun!
Der Umstand, dass wir jedes Jahr mehrere Millionen mehr ausgeben als wir einnehmen wurde nun vielfach erwähnt. Diese Mehrausgaben werden jährlich aus den Rücklagen und damit dem Eigenkapital der Stadt „entnommen“. „Entnommen“ in Anführungszeichen, da dieses Geld nicht tatsächlich vorhanden ist. Ennigerloh hat Eigenkapital. Dies besteht jedoch nicht aus barer Münze, sondern aus der buchhalterischen Bewertung aller Werte im Eigentum unserer Stadt. Alles, vom Kugelschreiber in der Verwaltung über Straßen, Wege, Gebäude etc., hat einen Wert. Diese Werte bilden in ihrer Gesamtheit das sog. Eigenkapital. Wir haben also nicht „cash“, sondern andere, teilweise nicht einmal verwertbare Vermögenswerte. Es dürfte jedem Bürger klar sein, dass Straßen, Wege, Leitungen etc. nicht mal so einfach verkauft und damit zu Geld gemacht werden könnten, selbst wenn die Stadt dies beabsichtigen würde. Das Eigenkapital besteht daher zu einem großen Teil aus rein buchhalterischen Posten, mehr nicht!
Jedes Jahr, in dem wir demnach weniger einnehmen als ausgeben, buchen wir die Verluste gegen das Eigenkapital, das dadurch stetig sinkt. Ohne ein (freiwilliges oder erzwungenes) Haushaltssicherungskonzept sinkt unser Eigenkapital bis 2025 um 50%. Das bedeutet übersetzt, dass wir alles das, was Ennigerloh ausmacht, einschließlich Gebäuden (Schulen, Sportgebäude, etc.), Wegen, Straßen und Plätzen, um die Hälfte verbrauchen. Es ist zwar noch vorhanden, aber buchhalterisch schon weg. Die Schulden, die dagegen stehen, sind aber noch da und müssen auch zurückgezahlt werden. Irgendwann würden wir dann alles in unserer Stadt verhökern müssen, was sich irgendwie zu Geld machen lässt. Vielleicht wird es sogar ausländische Investoren geben, die bereit sind, unsere Straßen, Wege und Plätze und sonstiges Vermögen aufzukaufen. Aber sicherlich nicht umsonst, sondern um an uns, den Bürgern, Rendite zu erzielen. Wir wären dann nicht mehr Herr unserer eigenen Stadt. Selbst mit dem vorgelegten Haushaltssicherungskonzept werden noch Eigenkapitalverluste von 25% in 10 Jahren prognostiziert. Auch das ist nach unserer Meinung nach noch viel zu viel! Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, verhökern wir unsere Stadt! Wollen wir DAS unseren Kindern hinterlassen? Jeder, der berechtigterweise um den Erhalt der Bäder kämpft, der sich gegen Steuererhöhungen, Verringerung von Standards wendet, sollte sich über die mittel- und langfristigen Folgen jedenfalls im Klaren sein. Selbstverständlich muss unsere Stadt lebenswert bleiben, aber die Standards werden wir reduzieren müssen.
Wenn die Politik jetzt aus Angst vor den Unannehmlichkeiten und Schelte aus der Bevölkerung den Kopf in

den Sand steckt, wird vielleicht in einigen Jahren nicht einmal dieser Sand mehr unserer Stadt gehören.
Keine schönen Aussichten, aber die Wahrheit. Um die Bürger vor diesem Szenario und sich selbst handlungsunwilliger Politik zu schützen, gibt es das „zwingende“ Haushaltssicherungskonzept.

Sollten wir nicht selbst handeln, wird es die Aufsichtsbehörde erledigen.

Die dann zu erwartenden Einschnitte dürften allerdings noch

gravierender sein als unsere Vorschläge.