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16.05.2014

Kunstrasenplatz SUS Ennigerloh


Am Montag war es so weit. Die Abstimmung über den vom SUS Ennigerloh beantragten Kunstrasenplatz stand an. Drei Alternativen standen an diesem Abend zur Wahl.


1. die Vertagung auf Antrag der CDU zwecks weiterer Klärung der Kosten.
2. ein in der Anschaffung deutlich günstiger Hybridrasenplatz.
3. der beantragte Kunstrasenplatz.


Für alle drei Alternativen gab es gewichtige, nachvollziehbare Argumente. Die Mandatsträger aller Parteien hatten demnach die schwierige Aufgabe, die unterschiedlichen Argumente zu gewichten und zu einem möglichst guten Ergebnis für den SUS und den Haushalt der Stadt zu gelangen. Ein "richtig" oder "falsch" gab es nach unserer Auffassung eigentlich nicht.


Die CDU hatte ein eigenes, auf Angeboten und Stellungnahmen Dritter basierendes Zahlenwerk ermittelt, das deutlich von den durch den Fachplaner der Verwaltung ermittelten Zahlen abwich. Auf mehrfache Nachfrage wurde durch den Bürgermeister erklärt und von dem Fachplaner erörtert, dass die von der Verwaltung ermittelten Kosten belastbar seien. Nach dem durch die Verwaltung ermittelten Zahlenwerk sind die jährlichen Kosten unter Berücksichtigung von Abschreibung, Nutzungsdauer sowie Unterhaltungsaufwand für die Pflege des Platzes für beide Platzalternativen praktisch gleich hoch. Die CDU bezweifelte die nach ihrer Ansicht zu niedrig bewerteten Pflegekosten des Kunstrasenplatzes unter Verweis auf Plätze von Nachbargemeinden und hielt die Pflegekosten eines Hybridrasenplatzes bzw. einen Pflegevertrag für nicht erforderlich, so dass sich eine positive Verschiebung der jährlichen Kosten deutlich in Richtung Hybridrasenplatz ergeben hätte. Die Verwaltung verwies auf ihre Erfahrungswerte bei der Pflege des Kunstrasenplatzes Enniger.


Die Freien Wähler pflegen in ihrer Fraktion die Freiheit des Mandats und daher keinen Fraktionszwang. Ratsmitglied Ralf Röttger schloss sich dem CDU-Antrag an, da er weiteren Klärungsbedarf und für sich noch keine Möglichkeit sah, mit "gutem Gefühl" eine Entscheidung für eine der beiden Platzalternativen zu treffen. Ohne belastbare Angebote von Kunstrasenplatzanbietern wollte er nicht entscheiden.


Bernhard Dombrink (Fraktionsvorsitzender der fwg), Dorothee Nienkemper (stellvertr. Fraktionsvorsitzende und Kreistagskandidatin) sowie die Ratsmitglieder Gerhard Hübner und Oliver Lankes (Vereinsvorsitzender der fwg) stimmten für den Kunstrasenplatz. Die fwg war damit das "Zünglein an der Waage". Mit 19:11 Stimmen entschied sich der Stadtrat für den Kunstrasenplatz.


Tragende Argumente für das PRO des Großteils der fwg-Entscheidungsträger waren folgende Überlegungen:

Das Verwaltungszahlenwerk wurde durch den Bürgermeister für belastbar erklärt. Wir vertrauen in die Kompetenz der Verwaltung, die sich an dem von ihr ermittelten Zahlenwerk notfalls auch wird messen lassen müssen.


Ein deutlicher und daher für uns entscheidungserheblicher Kostenunterschied zugunsten des Hybridrasenplatzes wäre lediglich bei Verzicht auf den garantiebegründenden Pflegevertrag mit dem Anbieter entstanden. Diesen Verzicht wollten wir keinesfalls, da es sich bei der Hybridtechnologie um eine neue, bislang nicht erprobte Variante handelt. Langzeiterfahrungen gibt es bislang nicht. Mehrere Hunderttausend Euro auszugeben, freiwillig auf eine Garantie zu verzichten, um dann vielleicht nachträglich feststellen zu müssen, dass die prognostizierte Lebensdauer oder eine dauerhafte Bespielbarkeit des Platzes nicht vorliegt, das Geld demnach teilweise „verbrannt“ wurde, kam für uns nicht in Betracht. Ein Glücksspiel mit dem Geld unserer Bürger verbietet sich.


Es verblieben Restzweifel, dass der zu 90% aus Naturrasen bestehende Hybridrasen tatsächlich auch im Winter ausreichend bespielbar sein wird. In diesem Fall wäre der Anschaffungspreis keinesfalls gerechtfertigt.


Es bestand Handlungsbedarf. Die Entscheidung musste zügig erfolgen, damit der praktisch unbespielbare Tennenplatz noch dieses Jahr durch den Kunstrasen ersetzt werden kann.

Der Kunstrasen war die von dem SUS gewünschte Variante, an der sich der SUS auch mit 20% der Anschaffungskosten beteiligen muss (voraussichtlich ca. 100.000 €). Bei Kostenidentät beider Alternativen sollte auf die Wünsche des zukünftigen Nutzers Rücksicht genommen werden.


Abschließend:


Glückwunsch SUS Ennigerloh!

Viel Spaß mit dem neuen Platz! Nutzt ihn, bildet viele kleine Messis aus und steigt möglichst auf!